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Die Retriever


Retriever

Leichtführigkeit, Wasserfreude, Arbeitsfreude, Temperament, Kooperation, Freundlichkeit, Belastbarkeit. Das sind die Attribute für diese weltweit zu den beliebtesten Hausgenossen zählenden Hunde. Innerhalb dieser Rassegruppe wurden unterschiedliche Schläge herangezogen, die sich zum Einen aufgrund ihrer Herkunft und zum Anderen aufgrund spezieller Anforderungen herauskristallisiert haben.

Labrador Retriever

FCI Gruppe 8 / Sektion 1 / Standard 122


Labrador Retriever
Der Labrador Retriever zeigt sich etwa mittelgross, kompakt und muskulös. Er macht einen gedrungenen Eindruck. Ein deutlicher Stopp am Übergang des Nasenrückens zur Augenpartie und der insgesamt ausdrucksstarke Schädel, sowie braune oder haselnussfarbene Augen machen ihn unverkennbar. Der starke Hals, eine tiefe Brust und die massive Rückenpartie kennzeichnen den Arbeiter. Eine Besonderheit stellt die kurze und breite "Otterrute" dar, sie ermöglicht diesen Hunden eine verbesserte Schwimmfähigkeit. Diese Hunde treten mit dichter, wetterbeständiger Unterwolle unter dem stockhaarigen Oberfell in den Farben schwarz, gelb oder tiefbraun auf.

1885 wären diese Hunde beinahe ausgestorben, als aufgrund einer Steuer die meisten Hundehalter ihre Tiere töteten. Heute gilt der im selben Jahr geborene Rüde "Avon" als der Stammvater aller Labradore. Damals wurden die Tiere hauptsächlich zum Einholen verlorener Fischernetze eingesetzt.

Die Halbinsel Labrador gehört zu den kältesten Gegenden weltweit mit Temperaturen im Winter bis unter - 50° C und liegt an der kanadischen Ostküste.

Golden Retriever

FCI Gruppe 8 / Sektion 1 / Standard 111


Golden Retriever
Diese mittelgroßen Hunde sind im Körperbau dem Labrador sehr ähnlich, bis auf die runde und längere Rute des Golden Retriever. Die Arbeitslinie des Golden Retriever wiederum ist leichter als die massigere Showlinie. Das glatte bis wellige aber nie lockige Haar soll in den Farben creme bis gold locker und luftig den Hund umschmeicheln und ist relativ pflegeintensiv. Rücken, Bauch, Rute und Läufe sind großzügig befedert. Der Nasenschwamm färbt sich in den Wintermonaten hell.

Der Golden Retriever verfügt weitestgehend über das Wesen seines Urahns, dem Labrador Retriever. Allerdings zeigt der GR eine genetisch bedingt hohe Neigung zur Aggression. In den 80ger Jahren erlebten die Züchter einen regelrechten Ansturm auf ihre Hunde, wegen zahlreicher Fernseh- und Spielfilmauftritte.

Dank der sehr akribischen Zuchtdokumentationen des ersten Lord Tweedmouth herrscht heute keinerlei Unklarheit über das züchterische Erbe und die urenglische Herkunft dieser Hunderasse.

Flat Coated Retriever

FCI Gruppe 8 / Sektion 1 / Standard 121

Diese ebenfalls aus England stammenden Retriever könnte man am ehesten als die Sportversion des Golden Retriever bezeichnen. Sie sind durch das Blut englischer Setter sehr elegant und machen einen zierlicheren Eindruck als ihre helleren Verwandten. Das Haarkleid ist dem des GR sehr ähnlich, allerdings kommen sie in einem schwarzen bis leberfarbenen Mantel daher.

Während des letzten großen Krieges standen die FCR fast vor dem Aussterben, nur wenigen Züchtern ist das Überleben dieser Hunde zu verdanken. Sie eignen sich aufgrund ihrer hohen Triebhaftigkeit nicht sehr gut als reiner Familienhund, lassen sich aber exorbitant leicht begeistern und demzufolge für alle möglichen Tätigkeiten ausbilden.

Curly Coated Retriever

FCI Gruppe 8 / Sektion 1 / Standard 110

Der Curly Coated Retriever ist jedenfalls größer als alle anderen Retriever und fällt durch das gelockte Fell völlig aus dem Rahmen. Diese Hunde sind in der Beinarbeit auffallend fleißig, kurze Schrittweiten machen eine höhere Schlagzahl erforderlich. Die Rute dieser Hunde kommt der des Labrador Retrievers gleich.

Sie sind die ältesten aller Retrieverhunde und auch die seltensten. Ihr Temperament ist wie das Bewachen und Beschützen ausgeprägt und sie sind im Gegensatz zu den anderen Retrievern Fremden gegenüber sehr reserviert, aber in aller Regel nicht unfreundlich. Ihr Platzbedarf und der Territorialanspruch sind höher angesiedelt als bei den meisten anderen Hunden, dies mag eine Hinterlassenschaft des eingezüchteten Neufundländers sein.

Vermutlich existiert diese englische Hunderasse schon seit 1803.

Chesapeake Bay Retriever

FCI Gruppe 8 / Sektion 1 / Standard 263

Der US-Bundesstaat Maryland ernannte diese Hunde im Jahr 1964 zum offiziellen State Dog. Die Chesapeake Bay ist der züchterische Ursprungsort. Der CBR nennt kurzes und sehr dichtes Haar sein eigen, die einfarbigen Hunde werden bevorzugt. Die Farbe sollte mit der Umgebung verschmelzen, weshalb sumpffarbene Schläge sehr beliebt sind. Körperlich ähneln auch sie dem LR.

Eine Besonderheit des CBR ist seine Bereitschaft zu tauchen. Dies leistet er gerne auch in Eiswasser. Seine körperliche Härte ist ebenfalls erwähnenswert. Noch mehr als der Curly Coated Reriever zeigt er ein klares Schutzverhalten, seiner Familie ist er jedoch treuer ergeben als manche andere Hunderasse.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever

FCI Gruppe 8 / Sektion 1 / Standard 312

Hier bitte ich um Verständnis, diese Rasse nicht näher zu beschreiben. Denn ihre Reinzucht wird weltweit als Verstoss gegen jede tierschützerische Ethik und Moral empfunden. Der Hintergrund liegt im Inzuchtniveau von sagenhaften 26 %, das heißt die Hunde sind untereinander tiefer zueinander verwandt als Vollgeschwister. Derzeit umfasst die Zuchtpopulation ganze 18 Tiere und das ist weitaus zuwenig um diese Rasse zu erhalten.

In diesem Forum wollen wir sicher nicht andere dazu verleiten, einen solchen Hund zu erwerben. Deshalb verweigere ich die Beschreibung mit einer eindeutigen Warnung vor dieser Rasse. Sie ist extrem mit Autoimmunkrankheiten belastet und neigt zu unvorhersehbaren Verhaltensausfällen die sehr gefährlich werden können.

Um jedoch diesen Beitrag über die Retriever nicht unvollständig zu lassen, sind diese Hunde hiermit wenigstens erwähnt.

Erfahrungsberichte

Von Lov of Labs:


Jacksen
Mein Labrador Retriever Jacksen

Seit meiner Kindheit wünsche ich mir einen Hund. Vor nunmehr 9 Jahren war es dann endlich soweit, ich konnte mir einen Hund anschaffen. Es sollte kein kleiner Hund sein und ich wollte einen Welpen! Hundeerfahrung hatte ich so gut wie keine, nur mal Umgang mit „befreundeten“ Hunden. Nach langem Studium von Rasse- und Hundebüchern hatte sich der Labrador in mein Herz geschlichen. Und nach dem ich den drei Labis von einem Züchter in der Nähe von Chemnitz begegnet war, stand fest: So ein toller Hund soll es sein! Mein erster Eindruck vom Labrador: Freundlichkeit und Ausgeglichenheit gepaart mit Temperament. Dann war auch bald klar, dass es ein Labi vom LCD sein sollte. Die Elterntiere wurden mir wärmstens für ihre guten Eigenschaften empfohlen.

Nachdem feststand, wann ich meinen Welpen abholen konnte, wurde meine Wohnung auf Welpentauglichkeit untersucht. Nachbesserungen wurden laufend nötig, aber sonst alles ok. Der Tag der Abholung war für mich sehr aufregend und ich war froh, dass mich eine Freundin begleiten konnte. Wieder zuhause angekommen spielte ich noch lange mit dem kleinen Jacksen. Mein Herz hatte er schon erobert und den Rest seiner kleinen Welt so nach und nach.

Der Labrador Retriever ist ein leichtführiger Hund. Die Welpenspielstunde und Junghundeschule waren für Jacksen kein Problem. Verspielt und sehr lebhaft ging es nun darum, eine gute Leinenführigkeit mit ihm zu üben. Das hat Nerven gekostet. Üben, üben, üben!!! Ohne Anleitung von einem guten Hundetrainer hätte ich das nie gelernt. Die ungeheure Lebhaftigkeit meines Hundes mußte ja irgendwie kompensiert werden. Laufen, spielen, apportieren und dann eben wieder üben.

Absolut positiv ist dabei seine mangelnde Dominanz und das man ihn gut motivieren kann. Nachdem ich endlich verstanden hatte, wie wir die Leinenführigkeit üben müssen, ging es immer besser voran. Die Grundkommandos wurden nach und nach geübt. Bei jedem Spaziergang wurde eine kurze Übung eingebaut. Nach geraumer Zeit begannen wir für eine Begleithundeprüfung zu üben, da ich diese gerne ablegen wollte.

Ab dem 2. Lebensjahr wurde mein Hund ganz langsam etwas ruhiger. Bis dahin hatten wir auch eine gute Bindung zueinander und wir konnten uns neue Ziele stecken. Da war zum einen die Begleitundeprüfung, die wir nach intensivem üben ablegen konnten.

Danach nahmen wir an 2 Dummylehrgängen teil. Das Apportieren liegt ja den Labis im Blut. Spielerisch hatten wir ja vom ersten Tag an schon apportiert, aber jetzt kam die Dummyarbeit und die verlangt Regeln. Bei den Lehrgängen lernten wir sehr viel und es ist erstaunlich, dass das Erlernte jederzeit bei meinem Hund abrufbar ist, auch wenn wir nicht mehr regelmäßig üben. Für eine Dummyprüfung konnten wir uns leider nicht anmelden, da Jacksen bei der Wasserarbeit eingesprungen ist, was leider zu einer Disqualifikation führt. Für mich war und ist die Dummyarbeit eine wunderbare Art einen Labi auszulasten und zu sehen, wie gerne dieser Hund für seinen Menschen arbeitet.

*Natürlich kann man mit einem Labi auch andere Hundesportarten machen. Wir haben es mit Agility probiert. Mein Labi ist nicht der Schnellste und so konnten wir ganz gut zusammen üben. Wir haben Agility immer nur aus Spaß an der Freude gemacht.

Die Liebe zum Wasser ist dem Labrador angeboren. In einem Buch steht: Der Labrador springt in jede Pfütze! Das stimmt! Kein Gewässer ist vor einem Labi sicher und schwimmen und aus dem Wasser apportieren ist für meinen Hund eine Lust und ein Grundbedürfnis. Wer ein sauberes Auto etc. möchte, ist mit einem Labi nicht gut beraten. Dieser aktive Hund ist nichts für Sauberkeitsfanatiker! Haare und Schmutz gehören fast zur täglichen Routine.

Dafür ist das das Zusammenleben mit einem Labrador äußerst angenehm. Seine Freundlichkeit absolut jedem Menschen gegenüber und seine Verträglichkeit mit allen Tieren sind legendär. Zuhause ist mein Labi ein ruhiger Mitbewohner, der gern und ausgiebig schläft und ruht. Ansonsten ist der Labi zu allen Aktivitäten außer Haus zu motivieren. Bei großer Hitze meiden wir es draußen unterwegs zu sein, aber ich denke, das tut keinem Hund gut.

Der Fellwechsel nimmt eine große Langmut in Anspruch. Ich habe noch kein Mittel gefunden, um ihn abzukürzen. Ansonsten achte ich auf das Gewicht meines Hundes, da der Labi eben ein Hund ist, der für sein Leben gerne frißt und bei mangelndem Gewichtsmanagement sehr schnell fett wird. Regelmäßige Arztbesuche und allgemeine Pflege sind selbstverständlich.

Mein Fazit ist: Die Entscheidung für einen Labi war richtig, wobei ich mir viele Erziehungsdinge leichter vorgestellt habe. Aber das wunderbare Wesen meines Hundes ist für mich täglich eine große Freude und wir sind zusammen überall gern gesehen.

Dieser Text wurde von und mit den Mitgliedern von HundeBoard.com, unter der Leitung von teamplayerhund, erstellt.
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