FCI (Nr. 331, Gr. 2, Sek. 2.2) 
Kangal
Der Kangal wird vom türkischen Kennelclub beschrieben und bei der FCI unter der Nr. 331, Gr. 2, Sek. 2.2 als eine der Spielarten des Anatolischen Hirtenhundes geführt. Er zählt zu den türkischen Hütehunden und stammt ursprünglich aus der
Region Sivas. Da der Kangal sich dort relativ isoliert weiterentwickelt hat geht man von einer natürlich entstanden Rasse aus, die sich bei der FCI mangels Nachweis über die gezielte Reinzucht nicht durchsetzen konnte.
Aussehen:
Rüden werden 74-85 cm groß und wiegen 50-70 kg, Hündinnen erreichen eine Größe von 71-79 cm bei 40-60 kg Gewicht. Der Kangal ist großrahmig, kräftig gebaut mit einer Brusttiefe, die bis zu den Ellenbogen reicht. Sein Kopf ist breit und kräftig.
Das Fell ist kurz und glatt, mit dichtem Unterhaar. An Hals und Schultern ist das Haarkleid vor allem bei Rüden länger, wie eine "Löwenmähne". Die Fellfarbe ist immer cremefarben (evtl. graues Deckhaar), mit schwarzer Maske und schwarzen Ohren. Teilweise kommen weiße Brustabzeichen und weiße Socken vor. An beiden Wangen hat er einen schwarzen Punkt. Die Rute trägt er in Ruhestellung hängend aber am Ende leicht gerollt, bei Erregung über der Kruppe zusammengerollt. Ausgewachsen ist ein Kangal mit ca. 2 1/2 Jahren, voll ausgereift erst mit 5 Jahren.
Wesen:
Der Kangal ist ein ruhiger, ausgeglichener aber selbstsicherer und dominanter Hund. Er zeigt ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Fremden gegenüber ist er sehr misstrauisch und vor allem in der Dunkelheit ausgesprochen wachsam.
Er agiert instinktiv sehr selbstständig, weshalb er frühzeitig konsequent erzogen werden muss. Auch bei perfekter Erziehung wird er niemals einen "Kadavergehorsam" erkennen lassen und die Befehle seines "Herrn" immer mal wieder in Frage stellen. Deshalb ist er definitiv kein Hund für Anfänger. Mit körperlicher Gewalt erreicht man bei diesem Hund nichts, stattdessen benötigt er einen ruhigen, besonnenen Besitzer der die Regeln festlegt und konsequent durchsetzt. In der Regel ist der Kangal auf einen Menschen fixiert, wenngleich er auf das Wohlergehen der ganzen Familie und auch anderen Tieren in der Familie bedacht ist. Er beschützt seine Familie ohne Rücksicht auf das eigene Leben.
Haltung:
Zur artgerechten Haltung benötigt ein Kangal vor allem viel Platz. Er wurde ursprünglich gezüchtet, um Schafherden kilometerweit zu begleiten und vor Raubtieren wie z.B. Wölfen zu schützen und braucht deshalb täglich ausgiebige Spaziergänge.
Auch ein Grundstück sollte unbedingt vorhanden sein, damit er seine große Leidenschaft, das Bewachen, ausüben kann. Allerdings sollte der Garten sehr hoch und auch tief eingezäunt sein, da Kangals wahr Ausbruchkünstler sind. Sein "Besitz" den er bewachen muss ist das Gebiet, das er überblicken kann. Zäune sind für ihn keine Grenze, nur Hindernisse.
Er ist gerne bei Wind und Wetter draußen, benötigt aber zum Glücklichsein unbedingt und jederzeit Familienanschluss und auch körperliche Nähe. Für eine reine Außenhaltung ist er deshalb nicht geeignet. Für Spiele kann man einen Kangal in der Regel nicht begeistern, stattdessen gräbt er mit Leidenschaft tiefe Löcher.
Wissenswertes: - In Hamburg und Hessen zählt der Kangal zu den Listenhunden.
- Erwähnenswert ist sein erhöhtes Narkoserisiko.
- In der Türkei gilt der Kangal als "Nationalheld". Ihm zu Ehren wurden 2 Briefmarken gedruckt und eine Münze geprägt.
Dieser Text wurde von und mit den Mitgliedern von HundeBoard.com, unter der Leitung von teamplayerhund, erstellt.
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