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American Staffordshire Terrier


American Staffordshire Terrier, selbstbewusst und durchsetzungsfähig

FCI Gruppe 3 Terrier, Sektion 3 Bullartige Terrier, FCI Nr. 286


American Staffordshire Terrier
Auszüge aus dem Standard:

Allgemeines Erscheinungsbild: Der AST ist ein solide gebauter Hund, der den Eindruck großer Stärke vermitteln sollte, muskulös, aber trotzdem beweglich und elegant wirkt.

Schulterhöhe: Rüden 46 - 48 cm, Hündinnen 43 - 46 cm

Gewicht: nicht vorgeschrieben, sollte aber in gutem Verhältnis zur Größe stehen. Der Hund sollte athletisch wirken, nicht zu leicht, aber auch keinesfalls plump.

Haarkleid: kurz, dicht und sich fest anfühlend

Farbe: alle Farben erlaubt, auch gescheckt; jedoch sind einfarbig weiß, mehr als 80% weiß, leberfarben und schwarz mit Brand unerwünscht

Ohren: Rosenohr oder halbaufrechtes Stehohr

Wesen: gewünscht wird reges Interesse an seiner Umwelt, Aufgeschlossenheit und Mut.

Dieser Mut bedeutet keineswegs Angriffslust, sondern die Gelassenheit, bedrohlich wirkende Situationen einzuschätzen, ohne Überreaktion. Die Hunde haben eine hohe Reizschwelle.

Der AST ist ein selbstbewußter, durchsetzungsfähiger Hund und gilt im Allgemeinen gegenüber Menschen als freundlich und unbefangen, sowie zuverlässig mit Kindern. Daher sind die meisten AST auch als Wachhunde nicht wirklich geeignet, während sie Personen die zur Familie gehören im Ernstfall durchaus beschützen.

Leider neigen, aufgrund ihrer Herkunft, viele AST zum Raufen mit anderen Hunden. Trotz bester Sozialisierung kann es vorkommen, dass der ausgewachsene Hund mehr oder weniger unverträglich mit Artgenossen wird.

Ein so starker selbstbewußter Hund sollte sorgfältig erzogen werden. Er braucht Bewegung und Beschäftigung. Allerdings wurde er nie für die direkte Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet, er mußte eigenständige Entscheidungen treffen, was die Erziehung nicht immer leicht macht. Der AST benötigt viel Konsequenz, Geduld und Durchsetzungvermögen ohne Härte in der Erziehung.

Der AST ist für viele Hundesportarten geeignet, allerdings sollte man keine Höchstleistungen erwarten. Sie machen zwar bei richtiger Motivation gern und mit Begeisterung alles mit. Aber bei Sportarten, wo es auf Schnelligkeit ankommt, sind sie zu langsam, zu viele Wiederholungen finden sie langweilig und brechen das Ganze dann gern mal ab. Sie lieben körperliche Herausforderungen. Zughundearbeit, Wightpulling oder Highjumping kann man wettkampfmäßig oder auch just for fun betreiben. Man kann den AST auch als reinen Begleit- und Familienhund halten, solange er körperlich und geistig ausgelastet wird.

Entstehung der Rasse:

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden in England aus Bulldoggen und Terriern sog. Bull-and-Terrier-Hunde gezüchtet, die für Hundekämpfe benutzt wurden. 1936 wurde ein erster Standard erstellt und die Rasse als Staffordshire Terrier vom AKC aufgenommen. Um 1870 gelangten diese Hunde nach Amerika, wo aus ihnen der etwas größere und schwerere Pitbull-Terrier entstand. 1972 erhielten diese Hunde den Namen American Staffordshire Terrier, um sie vom englischen Staffordshire Bullterrier besser abzugrenzen. Insgesamt haben AST eine recht hohe Lebenserwartung von 12- 14 Jahren, auch 15 und mehr Jahre sind nicht selten. Allergien und Herzerkrankungen treten allerdings öfters auf.

Der AST ist aufgrund unsachgemäßer Verwendung, Haltung und Ausbildung in gewissen Personenkreisen und den damit verbunden Vorkommnissen in die Negativschlagzeilen geraten. Dies hatte seitens europäischer Gesetzgeber zur Einordnung unter die Gesetze und Verordnungen zur Bekämpfung gefährlicher Hunde und den damit verbundenen Zuchtverboten und verschiedenen Auflagen in der Anschaffung und Haltung geführt. Diese sind je nach Bundesland und Staat verschieden.

American Staffordshire Terrier

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Erfahrungsberichte

Von stygia:

Vor gut 16 Jahren suchten wir einen Familienhund.

Nervenstark und menschenfreundlich sollte er sein, dem manchmal turbulenten Alltag einer Familie mit mehreren Kindern gewachsen. Wenig ausgeprägter Wach- und Schutzinstinkt, nicht zu Gebell neigen. Ein Hund, der alles mitmacht, aber auch mal ohne Probleme kürzertreten kann, wenn nicht so viel Zeit ist. Optimalerweise dazu noch mittelgroß, kurzhaarig, stämmig gebaut und einer Rasse angehörig, die im Großen und Ganzen gesund ist. So kamen wir auf den American Staffordshire Terrier und haben es nie bereut.

Lea kam als Welpe von einem Züchter optimal aufs weitere Leben vorbereitet. Weil wir inzwischen so begeistert von der Rasse waren, holten wir 5 Jahre später noch Hero aus dem Tierheim zu uns. Was ich als positivste Eigenschaft meiner Hunde sehe, ist ihre grundlegende Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit, die sie allen Menschen gegenüber zeigen. Egal ob Mann, Frau, Kind, Behinderte. Sie haben auch gegenüber menschlichem Fehlverhalten eine erstaunliche hohe Toleranzgrenze. Ob das nun schreiende, rennende Kinder sind oder Leute, die meinen, einen wildfremden Hund einfach mal den Kopf tätscheln zu müssen. Dieses freundliche Verhalten zeigen beide Hunde, obwohl sie sehr unterschiedlicher Herkunft sind und ganz verschiedene Erfahrungen gemacht haben. Sie wollen einfach jeden Menschen freundlich begrüßen, jeder Besucher ist willkommen und ich musste lange dran arbeiten, allzu stürmische Begrüßungen zu verhindern. Im Zusammenleben sind beide liebenswerte Grobmotoriker, nicht übersensibel, für jeden Spaß zu haben und nicht nachtragend. Sie lieben Körperkontakt und schmeißen sich gern an jeden ran, um geknuddelt und gestreichelt zu werden. Gelegentlich halten sie sich auch gern für Schoßhunde. Mit den eigenen Kindern, ebenso mit fremden, sind meine Hunde immer zuverlässig, sehr tolerant und freundlich. Noch mehr als mit Erwachsenen. Sogar beim Tierarzt sind sie immer freundlich und marschieren jedes Mal schwanzwedelnd ins Sprechzimmer, trotz manchmal unangenehmer Behandlungen.

Auch mit anderen Haustieren gibt es im Allgemeinen keine Probleme, wenn der Hund erst einmal gelernt hat, dass sie ebenfalls zur Familie gehören. Unsere Hunde leben sehr harmonisch mit unseren Katzen zusammen. Obwohl bspw. Hero nicht mit Katzen aufgewachsen ist und diese anfangs überhaupt nicht leiden konnte. Wir haben in den letzten jahren einige Male junge Kätzchen aufgenommen. Ich war immer wieder erstaunt über die Geduld mit der Lea und Hero die Dummheiten und den Schabernack der übermütigen Kitten toleriert haben. Mein Schäferhund-Mix ist da längst nicht so gelassen.

Wachhunde sind Lea und Hero eher nicht. Sie würde wohl auch den netten Einbrecher freundlich begrüßen. Ihre Familie beschützen können sie allerdings sehr wohl. Im Fall einer ernsthaften Bedrohung eines Familienmitglieds zeigen sie Präsenz. Wobei noch nie eine aggressive Überreaktion kam. Sie sind da, stellen sich davor und das reicht im Grunde auch schon.

Die Erziehung gestaltete sich nicht immer ganz einfach. Es sind selbstbewusste eigenständige Hunde, die gern mal den Sinn und die Ausführung eines Kommandos infrage stellen. Oft auf charmante Art und Weise, indem sie durch rumkaspern o.ä. versuchen, unbeliebte Sachen zu vermeiden. Manchmal wird auch durch komplette Ignoranz probiert die Sache „auszusitzen“. Man braucht viel Konsequenz, Gelassenheit und gelegentlich auch etwas Humor. Was mir immer wieder aufgefallen ist, meine beiden reagieren sehr auf Stimmungen. Bin ich ruhig, freundlich, gelassen, sind es die Hunde auch. Ganz auffällig bei Hundebegegnungen. Gehe ich entspannt weiter, ignoriere, was auch immer da kommt, oder bin freundlich zu dem fremden Hund, reagieren meine Hunde genauso. Versuche ich aber, einen ankommenden Hund aggressiv zu vertreiben, machen sie mit.

Lea und Hero sind keine Workaholics, ich muss sie nicht jeden Tag stundenlang beschäftigen. Aber nur als reine „Mitläufer“, das funktioniert auch nicht. Längere Zeit unausgelastet sind sie ausgesprochen kreativ eigene Beschäftigungen zu erfinden, was der Wohnungseinrichtung nicht gut tut. In ihren jungen Jahren waren körperliche Herausforderungen sehr beliebt. Hindernisse springend oder kletternd zu überwinden, das war klasse. Auch Zugarbeit am Fahrrad oder im Winter den Schlitten der Kinder ziehen haben sie mit Begeisterung gemacht. Ich habe mit Lea eine Weile Agility gemacht. Allerdings bin ich dann ausgestiegen, da der Verein sehr auf Teilnahme an Wettkämpfen interessiert war. Mein Hund hat zwar ausdauernd und mit Begeisterung mitgemacht, aber ein Staff ist einfach nicht schnell genug um erfolgreich an Wettkämpfen teilzunehmen.

Viele sportliche Betätigungen habe ich dann einfach mit viel Spaß für alle in den Alltag mit eingebunden. Nicht nur beim Sport machen sie gern mit, auch diverse Tricks werden schnell gelernt. Und dann bei jeder passenden Gelegenheit präsentiert. Nur apportieren ist irgendwie nicht ihr Ding. Was sie noch lieben sind Erdarbeiten. Sie können in kürzester Zeit Riesenkrater ausheben. Auch Zerrspiele machen beide gern.

Jagdtrieb haben beide Hunde, aber gut handlebar. Es sind keine wirklich passionierten Jäger und meist jagen sie auch nur auf Sicht.

Wirkliche Probleme kann es mit fremden Hunden geben. Meine beiden haben ein normales Sozialverhalten, erkennen und beachten die Signale anderer Hunde, allerdings ist ein Hang zum Raufen vorhanden. Sie nehmen gern jede Herausforderung an. Bei Lea habe ich schon Welpenalter an erzieherisch darauf eingewirkt, mit Hero musste ich komplett ein neues Verhaltensmuster aufbauen. Beide haben gelernt, nicht als Erster eine Rauferei anzufangen. Unbeliebte Hunde möglichst zu ignorieren. Genauso wie in kleineren oder größeren Gruppen mitzulaufen. Sie sind allerdings trotz aller Erziehung und Sozialisierung keine bequemen einfachen Hunde, die man einfach mal im Hundeauslauf „machen lassen“ kann und dabei ein fröhliches Schwätzchen halten. Ich behalte sie immer im Auge, um in kritischen Situationen schnell eingreifen zu können, bevor sich die Lage „hochschaukelt“ oder eine Situation „kippt“. Denn was vielleicht als übermütiges Spiel oder auch rumposieren beginnt, kann sich rasch ändern. Und vor allem bei gleichgeschlechtigen Hunden neigen Lea und Hero dann dazu, die Dinge ernst zu nehmen.

Trotz dieses Mankos waren und sind unsere Staffs für uns die optimalen Familienhunde. Immer freundlich und zuverlässig, von praktischer Größe, pflegeleicht und bei allen gern gesehen, die uns und unsere Hunde kennen.

Dieser Text wurde von und mit den Mitgliedern von HundeBoard.com, unter der Leitung von teamplayerhund, erstellt.
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