Jetzt kostenlos Registrieren
Gefällt mir Übersicht4Gefällt das
  • 3 Beitrag von omami

Eine hundliche Weihnachtsgeschichte

Dies ist eine Diskussion über Eine hundliche Weihnachtsgeschichte innerhalb des Allgemeines Forums, ein Teil der Rund um den Hund Kategorie; Eine hundliche Weihnachtsgeschichte von Elisabeth Petzina Dass Ochs und Esel an der Krippe standen und das Jesuskind mit ihrem Atem ...


Ergebnis 1 bis 5 von 5
  1. #1
    omami

    Eine hundliche Weihnachtsgeschichte

    Eine hundliche Weihnachtsgeschichte
    von
    Elisabeth Petzina


    Dass Ochs und Esel an der Krippe standen
    und das Jesuskind mit ihrem Atem wärmten, das weiß jedes Kind und auf jedem
    Krippenbild sind die beiden dargestellt. Aber nur ganz wenige Menschen wissen,
    dass ein Hund noch viel mehr für das Christuskind getan hat. Aber Hunde sind
    bescheiden, ganz anders als die großen Tiere, die sich – auch heute noch –
    immer in den Vordergrund drängen. Und damit endlich auch einmal dem Hund an der
    Krippe Gerechtigkeit geschieht, will ich Euch die Geschichte erzählen.
    Maria hatte Jesus geboren und ihn dann in
    Windeln gewickelt und in die Krippe gelegt. Das alles war sehr anstrengend
    gewesen, vor allem nach dem langen Weg von Nazareth nach Bethlehem. Und dann
    noch die ganze Aufregung mit dem Besuch der Hirten, die von wunderbaren
    Engelserscheinungen berichteten und das neugeborene Kindlein als König grüßen
    wollten. Sie war todmüde, als schließlich der letzte Hirte ein kleines
    Schaffell als Geschenk über die Krippe breitete und mit seinen Kumpanen zurück
    zur Herde ging. In dem ganzen Staunen und Trubel hatte niemand bemerkt, dass
    ein großer, weißer, zottiger Hirtenhund im Stall bei der Krippe zurück
    geblieben war. Er hatte sich halb unter die Krippe gelegt, so wie er das von
    der Hirtenhütte her gewohnt war und ohne dass er groß darüber nachgedacht hatte
    –denn Hunde denken nur sehr wenig nach – fing er an, das Jesuskind zu bewachen.
    Schließlich bewachte er zu Hause auch die Kinder der Hirten und die waren auch
    nicht besser gebettet, als der neugeborene Jesus.
    Josef hatte noch einmal nach dem Kind
    geschaut, das ruhig schlief. Als er dabei den Hund sah, brummelte er irgendwas
    Freundliches, kraulte ihm kurz die Ohren und kümmerte sich nicht weiter um ihn.
    Dann legte er sich weiter hinten im Stall neben Maria auf eine Strohschütte und
    war gleich darauf fest eingeschlafen, denn auch er war rechtschaffen müde.
    Die Nacht schritt voran und langsam
    verhallte auch der letzte Engelschor, dessen "Ehre sei Gott in
    der Höhe" die Hirten noch einmal sehr beeindruckt hatte. Der Mond ging
    allmählich unter, aber ein seltsam heller Stern verbreitete einen milden Schein
    über die Felder bei Bethlehem. Leise und vorsichtig schlich in diesem merkwürdigen
    Licht ein einsamer alter Wolf über die steinigen Weiden. Ihn hatten wohl auch
    die Engelchöre aufgeweckt und jetzt merkte er, wie sehr ihm der Magen knurrte.
    Einsame Wölfe haben es nämlich sehr schwer, denn sie haben niemand, der ihnen
    bei der Jagd hilft. Und so nähren sie sich kläglich von Mäusen und Eidechsen
    und suchen sogar in den Abfallgruben der Menschen nach Essbarem. Angelockt vom
    Geruch von Ochs und Esel näherte sich der Wolf dem Stall. Vorsichtig windend
    und äugend kam er Schritt für Schritt näher. O wie gut es da roch! Die Hirten
    hatten einen großen Laib Ziegenkäse mitgebracht und ein Krüglein Öl, ja sogar
    eine gebratene Hammelkeule lag auf einem Sims im Stall. Und dann war da noch so
    ein Duft, nach ganz frischem jungen Fleisch, fast so, wie neugeborene Lämmer
    riechen. Der Wolf war nicht etwa böse und hatte es bestimmt nicht persönlich
    auf das Jesulein abgesehen, aber er war so hungrig, dass er mit allem vorlieb
    genommen hätte und da roch ein Neugeborenes für ihn mindestens so gut, wie für
    uns der feinste Sonntagsbraten.
    Sein Hunger machte ihn unvorsichtig und als
    er mit der Schnauze an die halb hohe Tür stieß, die den Stall nach außen
    abschloss, da knarrte die hörbar. Der Wolf sprang erst mal zurück, aber sein
    Hunger war stärker als seine Vorsicht. Er schlich wieder näher und überlegte
    nur noch, ob er die Hammelkeule oder das neugeborene Lämmchen in der Krippe
    mitnehmen sollte. Als er aber endlich in den Stall hineinschlich, da erlebte er
    eine böse Überraschung. Unter der Krippe tauchte ein riesiger, weißer, zottiger
    Hirtenhund hervor. Der tat nichts anderes, als ganz langsam und majestätisch
    aufzustehen. Er streckte seinen Kopf ein wenig vor, hob seine buschige Rute,
    stemmte die Vorderläufe ein und starrte den Wolf aus grünfunkelnden Augen an. Der
    Wolf war fast um die Hälfte kleiner als der Hund. Er setzte noch eine Pfote
    nach vorn, aber da ließ der Hund ein böses, leises Knurren hören und machte
    sich noch ein bisschen größer. Und dieses bisschen war dem Wolf zu viel. Er
    drehte um und rannte mit eingeklemmter Rute davon, so schnell, dass er über den
    Rand der Abfallgrube neben dem Stall stolperte und hineinfiel.
    Der Hirtenhund stand noch eine Weile vor
    der Krippe, den Kopf zur Türe gewendet und lauschte und windete, ob wohl noch
    weitere ungebetene Gäste kämen. Als alles ruhig blieb, legte er sich wieder
    nieder, diesmal aber ein wenig näher an der Tür.
    Der arme Wolf mühte sich unterdessen, aus
    der Abfallgrube wieder herauszuklettern. Und wie er so kletterte und seine
    Pfoten einstemmte, da spürte er auf einmal etwas Feuchtes, Weiches, von dem die
    Erde abrutschte. Er fing zu graben an und fand ein totes Lämmchen, das offenbar
    bei der Geburt gestorben war und das die Hirten in die Grube geworfen und nur
    wenig mit Erde bedeckt hatten. Der Wolf grub es aus und machte sich darüber
    her. Schon lang hatte er keine so leichte und reichliche Mahlzeit gehabt.
    Schließlich gelang es ihm, satt und zufrieden aus der Grube zu klettern und er
    trabte gemächlich heim zu seinem Versteck jenseits der Weiden. Wenn ich jetzt
    ganz fromm wäre, würde ich sagen, Gott wollte in dieser Nacht selbst den Wölfen
    eine Freude machen – und vielleicht war es ja auch so.
    Als der Morgen graute, stand Maria leise
    auf, um den Jesusknaben zu stillen. Sie erschrak ungeheuer, als sie den großen
    Hund vor der Krippe liegen sah, aber der blickte nur kurz auf und legte dann
    den mächtigen Schädel wieder auf die Pfoten. Noch mehr aber erschrak sie, als
    sie im Staub des Stallbodens die Wolfsspuren sah – damals erkannten die
    Menschen Wolfsspuren noch ganz leicht. Fast wäre sie vor Schreck in Ohnmacht
    gefallen, aber sie besann sich eines Besseren. Als spätere Mutter Gottes musste
    sie doch starke Nerven haben und so rief sie nur ihren Mann und zeigte ihm den
    Hund und die Spuren. "Ja, den Kerl habe ich gestern Abend schon
    gesehen", meinte Josef. "Er ist ganz freundlich". "Er ist
    mehr als freundlich", erwidertere Maria, "er ist tapfer! Er hat
    unseren Erstgeborenen vor dem Wolf beschützt". Josef beschaute sich die
    Spuren genauer und er musste Maria Recht geben. Er beugte sich zu dem Hund
    nieder und streichelte ihn dankbar. Aber Maria dachte praktischer: "Wir
    wollen ihn belohnen", sagte sie und schnitt ein großes Stück Fleisch aus
    der Hammelkeule und gab es dem Hund. "Und an den Knochen lassen wir dir
    auch noch viel Fleisch, wir werden sicher alle drei satt", sagte sie zum
    Hund, der dankbar das schöne Fleisch verschlang.
    Ja, so war das mit dem Hirtenhund. Aber
    weil niemand dabei war außer Maria und Josef, ist die Geschichte so wenig
    bekannt geworden. Und als Maria sie dann später einmal ihrer Base Elisabeth
    erzählte, meinte die: "Das war doch kein Hund, das war ein Engel!
    "Aber Maria wusste es besser – und jetzt wisst Ihr es auch.

  2. #2
    Wild_doggy
    Wow - tolle Geschichte.

    Kannte ich bis heute auch noch nicht!

  3. #3
    omami
    Dankeschön
    LG Sigrid

  4. #4
    Dog1
    Schön....
    LG Sylvia

  5. #5
    pauly65
    Ich kenn sie ja, aber immer wieder schön zu lesen
    LG
    Tina

Eine hundliche Weihnachtsgeschichte



name=