Die Ausbildung eines Hundes im Schutzdienst wird kontrovers diskutiert und bedarf einer sehr differenzierten Sichtweise. Nach Auffassung vieler Berufshundeführer sollte die Schutzhundeausbildung ausschließlich diensthundhaltenden Behörden oder Unternehmen mit besonderer Genehmigung vorbehalten bleiben. Dem gegenüber stehen die vielen Privathundeführer die in den diversen Vereinen im Gebrauchshundbereich organisiert sind und ebenfalls im Schutzdienst trainiert werden.
Zunächst muss zwischen der Schutzhundausbildung im Sportbereich und ihrem Pendant für den Dienstgebrauch unterschieden werden.
Der Schutzhund im Sportbereich
Im Sportbereich wird der Hund neben einer relativ umfangreichen Ausbildung in der Unterordnung darauf trainiert, den Schutzärmel des Helfers als Beute anzusehen. Er wird also über sein Beuteverhalten welches rein auf den Ärmel fixiert sein sollte, trainiert. Es ähnelt sehr einem Spiel zwischen Schutzdiensthelfer (früher Figurant) und dem Hund. Ziel ist, einen Hund selbst im Extremfall gut kontrollieren zu können. Allerdings gibt es durchaus Länder, die die Teilnahme an der Schutzhundeausbildung untersagen, sofern sie nicht beruflich begründet oder aus anderen Gründen genehmigt ist. Grund hierfür ist die nahe Verwandschaft zur Diensthundeausbildung. Beutebereich und Wehrbereich sind manchmal nicht abgrenzbar, vor allem wenn der Hundeführer dies nicht erkennt und seinen Hund rechtzeitig begrenzt.
Der Schutzhund im Dienstbereich
Die Ausbildung eines Schutzhundes für den Dienstgebrauch ist umfangreicher, zeitaufwendiger und teurer, muss aber schneller von statten gehen. Hunde unter 15 - 18 Monaten werden nicht zur Ausbildung herangezogen. Die Unterordnungsarbeit ist umfangreicher und angereichert mit diversen Variationen wie sie dem Diensthundführer im Berufsalltag jederzeit begegnen können. Der Diensthundführer hat sich im Gegensatz zum Sporthundführer neben der Konzentration auf seinen Hund auch noch mit der Waffenhandhabung, Funkgerät, der Unfallverhütung und vielen anderen Dingen zu beschäftigen. Hierauf werden Hund und Hundeführer in mehrmonatigen Intensivlehrgängen bei den jeweiligen Diensthundeschulen vorbereitet und geprüft. Diensthunde werden im Gegensatz zum Sporthund darauf trainiert, den Hundeführer zu schützen, als Biosensor Gefahren anzuzeigen, Täter zu stellen, kampfunfähig zu machen oder auszuschalten. Man kann sich vorstellen, dass eine solche Ausbildung für Hund und Hundeführer extrem schwierig sein kann. Prüfungen werden jährlich wiederholt, wechselt der Hundeführer den Hund wird erneut ausgebildet und geprüft.
Und dann gibt es in diesem Bereich noch die Spezialhunde für Drogen, Sprengstoffe oder Banknoten die diese Ausbildungen und Prüfungen mit ihrem Hundeführer neben der herkömmlichen auch noch absolvieren.
Über 100 Jahre lang wurden die Prüfungsordnungen für Diensthunde nicht geändert, doch aufgrund öffentlichen Drucks liegt heute der Schwerpunkt in der Selbstverteidigung des Hundes und dem Schutz seines Hundeführers.
Solange der Hund im Unterordnungsbereich der Schutzhundeausbildung trainiert wird, ist dagegen nichts einzuwenden. Hieraus leitet sich ja auch die
Begleithundeausbildung ab und der Einstieg in
Obedience liegt ebenfalls nahe. Doch die Schutzhundausbildung im Privatbereich könnte eine etwas tiefere Überprüfung des Hundeführers vertragen, denn nicht jeder Hundeführer trainiert in diesem Segment aus rein sportlichen Gründen.

Schutzhund beim Bewachen

Schutzhund beim Angriff

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