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Obedience


Obedience - die Hohe Schule der Unterordnung

Obedience kommt aus Großbritannien und ist eigentlich aus der Not heraus entstanden. Denn in England ist die Schutzhundausbildung im privaten Bereich verboten.

Im Wesentlichen beinhaltet Obedience die Sequenzen herkömmlicher Unterordnungsarbeit. Diese Sequenzen sind jedoch in Teilen verfeinert. Beispielsweise muss der Hund mehrere Hör- und Sichtzeichen aus der Entfernung abarbeiten, ohne dabei den ihm zugewiesenen Platz zu verlassen, beziehungsweise seinen Hundeführer aufzusuchen. Weiterhin müssen die Übungen nicht nur korrekt ausgeführt sein, es muss auch noch gut aussehen. Auf die harmonische Zusammenarbeit wird allergrößter Wert gelegt. Große körperliche Leistungen werden nicht wirklich verlangt, weshalb Obedience durchaus eine Option auch für ältere Hundeführer mit Hund, oder Teams mit Handicap sein kann.

Es gibt bei der Obedience keinen festen Übungs-, oder Prüfungsablauf. Vielmehr erhält der Hundeführer durch einen sogenannten Steward willkürliche Arbeitsanweisungen, die dann unmittelbar zu zeigen sind. Ein Leistungsrichter beurteilt deren "Wahrheitsgehalt" in Zusammenarbeit mit dem Steward.

Die Schwierigkeit einen Hund nach Obedience-Reglement zu trainieren und prüfen zu lassen, mag folgende Beschreibung der Anfängerklassen verdeutlichen:

Beginnerklasse 1
  1. 1 Minute Sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten Liegen mit Sichtkontakt
  3. Leinenführigkeit
  4. Freifolge
  5. Platz aus der Bewegung (Viereck 8x8m)
  6. Kommen auf Befehl
  7. Zurücksenden zum Platz
  8. Freisprung über die Hürde
  9. Apport auf ebener Erde
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch – Hund
Beginnerklasse 2
  1. 2 Minuten Sitzen mit Sichtkontakt
  2. 3 Minuten Liegen ohne Sichtkontakt
  3. Freifolge
  4. Sitz, Platz aus der Bewegung
  5. Kommen mit Steh
  6. Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen
  7. Apport über die Hürde (Holzapport)
  8. Metallapport
  9. Geruchsunterscheidung aus maximal 6 Gegenständen
  10. Kontrolle auf Distanz
  11. Umgang Mensch – Hund
Beginnerklasse 3
  1. 2 Minuten Sitzen
  2. 4 Minuten Liegen
  3. Freifolge
  4. Stehen, Sitzen und Platz aus der Bewegung
  5. Abrufen mit Stehen und Platz
  6. Voraussenden in ein Viereck
  7. Bringen auf Anweisung
  8. Metallapport über die Hürde
  9. Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen
  10. Kontrolle auf Distanz
Dennoch darf bei allem Respekt vor diesen Leistungen nicht vergessen werden, dass zum Beispiel das Bringen über die Wand / Hürde bei uns aus gesundheitlichen Aspekten aus manchen Prüfungen und Ausbildungsordnungen gestrichen wurde.

Hinzu kommen dann noch ein paar Übungen deren Ausführung ebenfalls nicht nur auf Richtigkeit, sondern selbstverständlich auch auf Ausstrahlung und Harmonie überprüft und bewertet werden.

Apportieren (auch von Metallgegenständen), Eigenidentifikation (Geruchsunterscheidung an Gegenständen), Positionswechsel auf Distanz (Wechsel zwischen Sitz, Platz, Steh), Vorausschicken in eine Box (Quadrat aus 4 Pylonen), Wesensfestigkeit (gegenüber anderen Hunden) und die Ablage (alle Hunde gleichzeitig).

Obedience ist sehr zeitaufwendig und verlangt einen geduldigen, sensiblen Hundeführer mit einem absolut führigen und sozialverträglichen Hund. Bei korrekter Ausführung gleicht Obedience einem Ballett auf großer Bühne, hinter dem die sehr aufwendige Ausbildungsarbeit von Hund und Hundeführer häufig nicht vermutet wird.

Dieser Text wurde von und mit den Mitgliedern von HundeBoard.com, unter der Leitung von teamplayerhund, erstellt.
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